Kammerspiele / Wien

Die Tanzstunde

Kammerspiele Wien / Premiere am 17.01.26

von Mark St.Germain

mit André Pohl und Katharina Klar

Regie Folke Braband Assistenz Milena Gehrke

Ausstattung Stephan von Wedel

Dramaturgie Jacqueline Benedikt

Musik Felix Huber

Choreographie Daniela Mühlbauer

Fotos Christian Wind / Michael Seirer

Video Jan Frankl

Videocontent im Stück Tom Presting (†)

Der brillante Geowissenschaftler Ever Montgomery lebt in einer Welt der Regeln, der Logik und Rationalität. Zwischenmenschliche Dynamiken hingegen sind ihm ein Rätsel. Als Mensch im Autismus-Spektrum vermeidet er Blickkontakt und Berührung. Insofern könnte ihm nichts unerträglicher sein, als zu tanzen. Doch eine Preisverleihung zwingt ihn, ausgerechnet das zu lernen. Seine Nachbarin Senga Quinn wiederum hat ihr ganzes Leben dem Tanz gewidmet – bis eine schwere Verletzung ihre Karriere für immer zu beenden droht. Als Ever sie auf Empfehlung des Hausmeisters um Tanzstunden bittet, lehnt sie zunächst ab. Doch die Neugier gewinnt.

In der Regie von Folke Braband erleben wir in Die Tanzstunde eine so unterhaltsame wie feinfühlige Erzählung über den Mut, unser Leben zu leben – und vielleicht sogar zu verändern.

Presse

Hochqualitätsunterhaltung ist angesagt: Feines Dialoghandwerk erfreut da, pointensicher, warmherzig. Der Regisseur Folke Braband erweist wieder sein Können, was uneitle Personen- und Dialogführung betrifft. Auf der Bühne stehen zwei Schauspielpretiosen, die exemplarisch für das teils über Jahrzehnte gewachsene Josefstadt-Ensemble stehen. André Pohl, dessen kauzige Präsenz man quasi zeit seines Kritikerlebens zu schätzen meint, gibt den schrecklich einsamen Autisten, ohne ihn zu denunzieren. Die ausnahmeformatige Katharina Klar setzt ihm die Verzweiflung einer aus allen Lebensgewissheiten geworfenen jungen Frau entgegen. Kronen Zeitung

Man sieht André Pohl und Katharina Klar einfach gerne zu. Falter

Was für ein Theatermoment: André Pohl und Katharina Klar sind ganz eigentümliche Schauspieler, die Rollen prägen können. Das zeigen sie auch in diesem Stück, das unter romantische Komödie läuft, aber eigentlich ein Märchen ist. Weil es ein Märchen kist und für Menschen ist, die die Populärkultur des 20. Jahrhunderts in sich haben, erinnert die Figur des Ever an Woody Allen, und André Pohl tut wenig, um gegen die Assoziation zu wirken. Passt. Die Figur der Senga ist subtiler, schwieriger. Was treibt diese junge Frau an? Mitleid? Mitgefühl? Neugier? Katharina Klar deutet alle diese Interpretationen an, drängt aber keine auf: eine Darstellerin, die nicht die Illusion vermittelt, den Charakter, den sie darstellt, völlig offenlegen zu können. Man will sie noch viele Charaktere spielen sehen. Die Presse

Gute Witze, gute Unterhaltung. André Pohl und Katharina Klar sind ein sympathisches ungleiches Paar. KURIER

Pohl ist eine Fachkraft für Stunden der Entgeisterung. Ein Wiener Buster-Keaton, der alle Widerspenstigkeit hinter einem Schleier von Schüchternheit verborgen hält. Der Schrecken, den er im Gesicht trägt, gleicht einem Kinozitat aus der Stummfilmzeit. Dabei stellt er seinen Klimaforschungsprofessor in die Reihe der famosen Exzentriker, die gegen die Welt recht behalten. Katharina Klar gibt das im New Yorker Großstadtdschungel ausgesetzte Provinzmädchen. Aus der widrigsten Situation schöpft sie ungeahnte Vitalitätsreserven, fühlt für zwei, entführt ihren kontaktscheuen Klienten in die Sphäre der Zwanglosigkeit. Regisseur Folke Braband lässt keinen Zweifel offen: Das gemeinsame Tanzstündchen fällt zu aller Zufriedenheit aus. Der Standard