Tribüne

Gefährliche Liebschaften

Tribüne, Premiere 01.12.2004

von Christopher Hampton

mit Vera Teltz, Christian Fischer, Esther Linkenbach, Nela Bartsch, Julia Philippi, Florian Tabor und Brigitte Röttgers

Regie Folke Braband Ausstattung Stephan Dietrich

»Ist dir einmal aufgefallen«, sagt die Marquise de Merteuil zu ihrem Besucher, »nur die Lust bringt die Geschlechter zusammen, und doch reicht sie nicht aus, eine Beziehung zu ernähren. Wenn nicht so etwas wie Liebe im Spiel ist, führt Lust unweigerlich zu Ekel.« Der Vicomte de Valmont blickt skeptisch, weiß nicht, ob er seiner früheren Geliebten zustimmen soll. Er ist gekommen, die Belohnung einzufordern, die sie beide für das Gelingen eines doppelten Experiments ausgemacht haben: eine Liebesnacht.

Christopher Hampton hat den berühmten Briefroman des Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos in ein brillantes Konversationsstück verwandelt und dabei seinen kritischen, vorrevolutionären Gestus herausgestellt. Das letzte Wort hat, nach dem Tod des Vicomte im Duell mit ihrem jungen Liebhaber, die Marquise: »Ich wage zu sagen, wir dürfen uns auf die Neunziger freuen, egal, was sie immer bringen. Inzwischen, meine ich, ist es das beste, wir machen weiter mit unserem Spiel.«

Presse

Folke Braband spielt das Stück als fesselnden Reißer. Es ist schon erstaunlich hier an der Tribüne ein so spannendes Stüch zu sehen, dessen Handlung vor der französischen Revolution spielt. Diese Aufführung besitzt Rhythmus und Witz. Kulturradio

 

Mit Witz und Charme lässt Regisseur Folke Braband die eiskalten Engel wieder aufleben. Es wird gelogen, verführt und intrigiert. (…) Theater, an dem alles stimmt. B.Z.

Die Inszenierung von Folke Braband schildert auf spannende, psychologisch feinfühlige und zugleich gesellschaftskritische Weise einen Kreis von Müßiggängern, der zum Untergang verurteilt ist, wobei es ihr auf spielerische Weise gelingt, das Publikum in den Bann zu ziehen   Potsdamer Tageszeitung

… zumal alles hervorragend aufeinander abgestimmt ist: da gibt es ein elegant-dezentes Bühnenbild, das den Glanz jener höfischen Gesellschaft hervorragend widerspiegelt, da gibt es wahrhaft fürstliche Roben und bleich gepuderte Gesichter. Da gibt es eine Sprachkultur, die leider auf unseren Bühnen selten geworden ist und da gibt es eine durchaus stimmige Regie, die einen raschen Handlungsablauf sicher führt. Theaterkritiken.de