Alter weißer Mann # Metoo

Bens Drehbuch fällt beim privaten Reading bei Filmproduzent Herbert komplett durch. Bens Schwager, der Filmregisseur Felix und dessen linksliberale Politikergattin Ruth sind die Gastgeber. Felix möchte das Werk des labilen Schwagers, nicht ganz uneigennützig, protegieren. Doch Herbert hat nur Interesse an Bens dunkelhäutiger Schauspielfreundin Amanda und spielt auf allen Linien seine Macht aus. Bens Skript wird in Felix´ Hände zur Überarbeitung gegeben. Ben ist aus dem Spiel. Bei Rotwein und hitzigen Debatten über Diskriminierung und Sprachsensibilität gehen die Emotionen hoch. Der Abend eskaliert, als die Nachricht von einem Bombenattentat auf das Parlament und Ruths Politikerkollegen hereinplatzt. Einige Jahre später trifft sich die Runde radikal verändert wieder. Und es zeigt sich, dass die uneingeschränkte Vormachtstellung der „alten weißen Männer“ Vergangenheit ist.

Irgendwann wurde halt aus Sex and Drugs and Rock’n‘Roll, Laktosefreiheit, Veganismus und politischer Korrektsprech.

Folke Braband fühlt der multikulturellen Realität und ihren Auswüchsen ordentlich auf den Zahn. Im geschmackvollen Ambiente einer linksintellektuellen Runde wird die Spanne zwischen Wachsamkeit und Zensur ausgelotet. Politisch korrekte Sprache, Gender-Talk und Metoo-Szenarien bestimmen das Geschehen. Beginnend in einer zeitlichen Realität vor der großen Flüchtlingswelle bis in die Fiktion einer unmittelbaren Zukunft erfahren alle Figuren einen radikalen Wandel. Hinter dem Credo von Gleichbehandlung und Toleranz brodeln beinharte Interessenskonflikte und eiserne Machtpositionen.

2D, 3H, 1Dek

Frei zur Uraufführung