13.11.2018

Aktuell

Neuigkeiten und Pläne

„Unter der Regie von Folke Braband entwickelt sich in flotten, aber niemals lächerlichen, feinsinnigen Dialogen eine Annäherung der beiden Protagonisten, die das Premierenpublikum gleichzeitig amüsiert als auch nachdenklich stimmt. “ so Die Heilbronner Stimme über Brabands Inszenierung von Mark St.Germains DIE TANZSTUNDE am Heilbronner Theater. (9.11.18) theater-heilbronn.de

Seit dem 12.11. laufen die Proben für MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE nach dem gleichnamigen Kinofilm in einer Fassung und unter der Regie von Folke Braband. Es spielen Walter Plathe, Manon Straché, Jochen Schropp, Vanessa Rothenburg und Magdalena Steinlein. Premiere am 17.3.2019 im Schillertheater/Berlin.

Am 10.12. starten für Braband die Proben zu DER GOTT DES GEMETZELS von Yasmina Reza. Premiere am 25.1.19 am Altes Schauspielhaus Stuttgart.

 

13.11.2018

Die Tanzstunde

Theater Heilbronn

Ever Montgomery muss für eine Preisverleihung tanzen lernen. Eigentlich keine allzu schwierige Aufgabe, würde er nicht Körperkontakt verabscheuen. Ever ist Autist, in Gesprächen nimmt er meist alles wörtlich, die Gesichtsausdrücke seiner Mitmenschen muss er mühsam entschlüsseln, und seinen Alltag hat er nach strikten Regeln organisiert. Dieses geregelte Leben wird jetzt heftig durcheinandergebracht, denn als Tanzlehrerin hat er sich seine Nachbarin Senga Quinn ausgesucht. Senga hat jedoch ihre eigenen Probleme: Nach einem Unfall ist es fraglich, ob ihr gebrochenes Bein je so weit heilen wird, dass sie wieder als Tänzerin arbeiten kann.

Mark St. Germain hat ein berührendes und witziges Stück geschrieben über ein ungleiches Paar, das nur mühsam denselben Takt halten kann, aber im Laufe seiner Tanzstunden viel wichtigere Dinge über den anderen und sich selbst lernt.

Anhaltender Applaus im Heilbronner Komödienhaus für die Premiere von Mark St. Germains „Die Tanzstunde“ –
und das selbst in diesem Ausmaß völlig berechtigt. Denn das Zwei-Personen-Stück macht einfach auf allen Ebenen Spaß. Ludwigsburger Zeitung

30.08.2018

Ladies Night

Theater am Dom/Köln

Drei Freunde in einer maroden Industriestadt: kein Talent, kein Antrieb, keine Arbeit. Und auch im privaten Leben mangelt es an Glück. Sie sind weder schön noch blutjung. Da fassen sie, inmitten ihrer Misere aus Schuldenbergen und ehelichen Scherbenhaufen eines Tages den Entschluss, eine ganz neue Existenz mit einer professionellen Show zu gründen: als „Die Wilden Stiere“ wollen sie Männer-Striptease anbieten. Das Casting beginnt, denn Mittänzer werden dringend gesucht…Ladies Night ist eine turbulente Komödie, die durch ihre Doppelbödigkeit überzeugt; sie erzählt auf heitere Weise von dem Kampf ganz gewöhnlicher Menschen gegen die eigene Arbeitslosigkeit. In Berlin wurde das Stück von den Mitgliedern der Theatergemeinde zur “Aufführung des Jahres 2000″ gewählt.

Pointenreich führen sie das Spiel mit den Facetten von Männlichkeit, die komisch-hilflosen Versuche den Verlust des Selbstwertgefühls zu kaschieren, vor. Am Schluß steht der ganze Saal zum nicht enden wollenden Applaus auf. Süddeutsche Zeitung

Theater am Dom: 30.8.-04.11.2018

weitere informationen unter: theateramdom.de

29.04.2018

Pension Schöller

Theater Ingolstadt

Philipp Klapproth wollte doch nur mal so richtig was erleben und sein Neffe Alfred brauchte dringend Geld. Also kam es zu folgendem Deal: Der Neffe sollte ihm, gegen angemessene Entlohnung eine Soiree in der Irrenanstalt organisieren. Der Onkel landet in der vermeintlichen Psychiatrie alias »Pension Schöller«, wo reichlich exzentrische Gäste, darunter ein Großwildjäger, eine blutrünstige Schriftstellerin und ein unberechenbarer General residieren. Klapproth amüsiert sich zunächst prächtig mit den illustren Bewohnern in der angeblichen »Klappse«. Aber was als Heidenspaß beginnt, wandelt sich bald zu einem ebenso bizarren wie beängstigenden Panoptikum. Die Situation eskaliert gänzlich, als die »Irren« Klapproth in seinen eigenen vier Wänden heimsuchen. Die Ordnung gerät aus den Fugen. Das Chaos hält Einzug in die »heile« bürgerliche Welt. Hier tummeln sich Irre, die eigentlich normal sind und Normale, die kurz davor sind, irre zu werden.

Bei so einer Komödie zählt vor allem handwerkliches Können. Folke Braband legt ein geschmeidiges Tempo vor, setzt auf Rhythmus, Gagdichte, einen charmanten Look und immer wieder auf das Unerwartete: Comic-Geräusche, musikalisches Pathos, Komik aus Chaplin-Filmen. Gelacht wird viel in diesen zweieinhalb Stunden. Donaukurier

Infos: www.theater.ingolstadt.de

13.03.2018

Die Wahrheit

Schlossparktheater

„Wenn die Leute von heute auf morgen aufhören würden, sich zu belügen, gäbe es kein einziges Paar mehr auf Erden und in gewisser Hinsicht wäre das das Ende der Zivilisation“ lautet Michels Credo. Er hat allen Grund, die Wahrheit zu meiden, hat er doch seit sechs Monaten ein Verhältnis mit der Ehefrau seines besten Freundes. Die Wahrheiten, die Michel im Laufe um den Kopf fliegen, entziehen dem betrogenen Betrüger den Boden unter den Füßen.

Bewundernswert, wie dramaturgisch durchtrieben Zeller mit immer neuen und überraschenden Wendungen und Volten die Handlung vorantreibt. Immer wenn man glaubt, die Wahrheit zu wissen, wird sie unvermittelt wieder auf den Kopf gestellt, so dass man bis zum überraschenden Schluss in Atem gehalten wird.

Die Klugheit des Textes, der Inszenierung, des Schauspiels packen das Publikum im Handumdrehen. Regisseur Folke Braband hat temporeich, mit verführerischem Charme, elegant inszeniert. Es wird eine scharfe Satire auf eine verkommene Gesellschaftsmoral offeriert, immer dicht am Rand der Groteske, aber doch so  gefühlsstark, dass man als Zuschauer wirklich tief getroffen wird. Die Komödie wird dank Brabands Regie zur Tragikomödie. Peter Claus, rbb Kulturradio

Infos unter schlossparktheater.de

25.09.2017

Wie man Hasen jagt

Theater in der Josefstadt

Die Jagdsaison ist eröffnet, Monsieur Duchotel geht auf die Pirsch. Aber nicht, um diverses Wild zu erlegen, wie er seiner Frau Léontine weismacht. Sein „Hase“ ist weiblich und äußerst menschlich. Das kommt dem Arzt Moricet, Freund des Hauses, gerade recht, denn der hat sich längst auf die Fährte der schönen Léontine gesetzt. Und so trifft man sich zur allgemeinen Überraschung in Madame Latours ehrenwertem Haus für gehobene und andere Kreise. Zur allgemeinen Verwirrung taucht auch noch Duchotels smarter Neffe auf, der amouröse Abenteuer sucht, gefolgt vom gehörnten Cassagne, der seine Gattin der Untreue überführen will, und einem seltsamen Polizeikommissar. Eine Katastrophe! Die Anwesenden setzen alles daran, das Jägerlatein, in das sie sich verheddert haben, so weiterzuspinnen, um in einer Gesellschaft, in der ohnehin nichts stimmt, wieder Ordnung eintritt.

Regisseur Folke Braband erfreut mit seiner inspirierten, präzisen Regie. Tempo und Timing stimmen, die Pointen sitzen punktgenau. Braband und sein Ensemble haben sichtlich Spaß an der Figurenüberzeichnung. Die Not ihrer Figuren wird von den Darstellern dabei bitterernst genommen, dies das erste Gebot für gute Komödien, denn nur so kann Komik entstehen. Mottingers Meinung

josefstadt.org

Folke Braband Regisseur

© Loredana La Rocca