03.02.2019

Aktuell

Neuigkeiten und Pläne

Drei Premieren in einer Woche! Am 25.1. DER GOTT DES GEMETZELS von Yasmina Reza im Alten Schauspielhaus Stuttgart, und am 1.2.2019 gleich zwei Wiederaufnahme-Premieren: FUNNY MONEY in Düsseldorf, sowie der Tourneestart von Brabands Komödie FEHLER IM SYSTEM mit u.a. Jürgen Tarrach und Tommaso Cacciapuoti.

Die Eßlinger Zeitung zeigte sich bei DER GOTT DES GEMETZELS vom „messerscharfen Dialogwitz und großartigen Schauspielern bestens amüsiert“, über die Farce FUNNY MONEY schreibt die Rheinische Post „Es braucht einen Regisseur, der den Aberwitz leichtfüßig umzusetzen weiß. Mit Folke Braband hat das vorzüglich geklappt.“ Auch FEHLER IM SYSTEM wurde bei seinem Tourneestart vom Publikum frenetisch gefeiert. Nun folgen 26 Vorstellungen quer durch den deutschsprachigen Raum.

Am 11.2. starten die Proben zu MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE – Fassung und Regie Folke Braband. Es spielen u.a. Walter Plathe, Manon Straché und Jochen Schropp. Premiere am 17.3.2019 im Schillertheater/Berlin.

komoedie-berlin.de

schauspielbuehnen.de

theateranderkoe.de

thespiskarren.de

01.02.2019

Fehler im System

Schlossparktheater

Emma hat eigentlich genug Probleme. Ihr Vater steckt mitten in einer Geschlechtsumwandlung, ihren Freund Oliver hat sie vor die Tür gesetzt… Doch kurz danach steht er wieder da: Oliver Vierpunktnull. Hallo. Guten Tag. Bald ist klar, dass Oliver 4.0 eine künstliche Intelligenz ist, ein menschenähnlicher Computer, der über eine Agentur als Haushaltsroboter für Emma ermittelt wurde. Im Laufe des Geschehens entwickelt die virtuelle Haushaltshilfe ungeahnte Fähigkeiten, nimmt menschliche Züge an, erweist sich nicht nur als optische Kopie, sondern auch als perfekter Ersatz für den echten Oliver. Doch was passiert, wenn ein Roboter plötzlich die Liebe entdeckt? Hat er Kontrolle über seine Gefühle? Und welche Auswirkungen hat ein noch so kleiner Fehler im System?

Autor und Regisseur Folke Braband treibt ein situationskomisches Possenspiel mit den Möglichkeiten neuer Techniken, geerdet im guten alten Komödienprinzip des Boy meets Girl. Beim Publikum des Schlosspark Theaters kommt das sehr gut an. Eben weil die Irrungen und Wirrungen der Verwandlungen auf der tollen coolen Loft-Bühne von Tom Presting so menschlich, allzu menschlich, zum Ausdruck gebracht werden. Hintersinnig und flott. InfoRadio RBB

weitere Infos: thespiskarren.de

 

01.02.2019

Funny Money

Theater an der Kö

Heiner Liebig verwechselt in der U-Bahn seine Aktentasche und ist plötzlich Besitzer von 1,5 Millionen Euro. Sofort erwacht in Heiner kriminelle Energie. Er plant auf der Stelle samt Geld und Frau aus Deutschland zu verschwinden, was sich allerdings als schwierig erweist, weil seine Geburtstagsgäste vor der Türe stehen und sich plötzlich zwei ausgesprochen bestechlich zeigende Polizisten für Heiner interessieren. Als dann auch noch der eigentliche Inhaber des Geldes tot im Rhein gefunden und ein mordlustiger Gangster auftaucht, ist das Chaos perfekt. Eine typische Cooney – Farce aus der Feder des Mannes, der Straßenfeger wie AUßER KONTROLLE, TAXI-TAXI oder MRS. MARKHAM schrieb.

„Zwei turbulente Stunden voller wahnwitziger Szenen und Gags. Was für ein Spaß! Im Theater am Dom wird unentwegt gekichert, gelacht und geprustet wie schon lange nicht mehr in der 50jährigen kölschen Boulevard-Bastion. Ein Kölner Glanzlicht in dunkler Jahreszeit.“ Express

Termine und Infos unter: http://www.theateranderkoe.de

25.01.2019

Der Gott des Gemetzels

Altes Schauspielhaus Stuttgart

Zwei 11jährige Jungen prügeln sich, der eine schlägt mit dem Stock zu, der andere verliert zwei Schneidezähne. Unter zivilisierten Eltern, spricht man die Sache gemeinsam durch. So beraten Alain und Annette mit Véronique und Michel bei Kaffee und Gebäck, wie man pädagogisch richtig  auf die Kinder einwirkt, so konsensbemüht und politisch korrekt, wie es sich heutzutage in unseren westlichen Gesellschaften gehört. Doch unversehens brechen sich archaischere Impulse Bahn. Mit diabolischem Humor und erbarmungsloser Treffsicherheit spießt Yasmina Reza in ihrem Stück die moderne bürgerliche Gesellschaft auf, die hin- und hergerissen ist zwischen aufgeklärtem, vernünftigem Gutmenschentum und egoistischem Konkurrenzkampf. So verbindlich wir uns auch geben mögen, am Ende behält einer die Oberhand: Der Gott des Gemetzels.

Der Regisseur Folke Braband hat für seine aktionsgeladene Inszenierung souverän agierende Darsteller zur Verfügung, die sich sowohl sprachlich als auch schauspielerisch in diesem Boxring der Niedertracht behaupten. Ein sehenswertes Psychodrama, bei dem man sich über messerscharfen Dialogwitz und großartige Schauspieler bestens amüsiert. Und manchmal auch ertappt fühlt. Eßlinger Zeitung

http://www.schauspielbuehnen.de

 

13.11.2018

Die Tanzstunde

Theater Heilbronn

Ever Montgomery muss für eine Preisverleihung tanzen lernen. Eigentlich keine allzu schwierige Aufgabe, würde er nicht Körperkontakt verabscheuen. Ever ist Autist, in Gesprächen nimmt er meist alles wörtlich, die Gesichtsausdrücke seiner Mitmenschen muss er mühsam entschlüsseln, und seinen Alltag hat er nach strikten Regeln organisiert. Dieses geregelte Leben wird jetzt heftig durcheinandergebracht, denn als Tanzlehrerin hat er sich seine Nachbarin Senga Quinn ausgesucht. Senga hat jedoch ihre eigenen Probleme: Nach einem Unfall ist es fraglich, ob ihr gebrochenes Bein je so weit heilen wird, dass sie wieder als Tänzerin arbeiten kann.

Mark St. Germain hat ein berührendes und witziges Stück geschrieben über ein ungleiches Paar, das nur mühsam denselben Takt halten kann, aber im Laufe seiner Tanzstunden viel wichtigere Dinge über den anderen und sich selbst lernt.

Anhaltender Applaus im Heilbronner Komödienhaus für die Premiere von Mark St. Germains „Die Tanzstunde“ –
und das selbst in diesem Ausmaß völlig berechtigt. Denn das Zwei-Personen-Stück macht einfach auf allen Ebenen Spaß. Ludwigsburger Zeitung

30.08.2018

Ladies Night

Theater am Dom/Köln

Drei Freunde in einer maroden Industriestadt: kein Talent, kein Antrieb, keine Arbeit. Und auch im privaten Leben mangelt es an Glück. Sie sind weder schön noch blutjung. Da fassen sie, inmitten ihrer Misere aus Schuldenbergen und ehelichen Scherbenhaufen eines Tages den Entschluss, eine ganz neue Existenz mit einer professionellen Show zu gründen: als „Die Wilden Stiere“ wollen sie Männer-Striptease anbieten. Das Casting beginnt, denn Mittänzer werden dringend gesucht…Ladies Night ist eine turbulente Komödie, die durch ihre Doppelbödigkeit überzeugt; sie erzählt auf heitere Weise von dem Kampf ganz gewöhnlicher Menschen gegen die eigene Arbeitslosigkeit. In Berlin wurde das Stück von den Mitgliedern der Theatergemeinde zur “Aufführung des Jahres 2000″ gewählt.

Pointenreich führen sie das Spiel mit den Facetten von Männlichkeit, die komisch-hilflosen Versuche den Verlust des Selbstwertgefühls zu kaschieren, vor. Am Schluß steht der ganze Saal zum nicht enden wollenden Applaus auf. Süddeutsche Zeitung

Theater am Dom: 30.8.-04.11.2018

weitere informationen unter: theateramdom.de

29.04.2018

Pension Schöller

Theater Ingolstadt

Philipp Klapproth wollte doch nur mal so richtig was erleben und sein Neffe Alfred brauchte dringend Geld. Also kam es zu folgendem Deal: Der Neffe sollte ihm, gegen angemessene Entlohnung eine Soiree in der Irrenanstalt organisieren. Der Onkel landet in der vermeintlichen Psychiatrie alias »Pension Schöller«, wo reichlich exzentrische Gäste, darunter ein Großwildjäger, eine blutrünstige Schriftstellerin und ein unberechenbarer General residieren. Klapproth amüsiert sich zunächst prächtig mit den illustren Bewohnern in der angeblichen »Klappse«. Aber was als Heidenspaß beginnt, wandelt sich bald zu einem ebenso bizarren wie beängstigenden Panoptikum. Die Situation eskaliert gänzlich, als die »Irren« Klapproth in seinen eigenen vier Wänden heimsuchen. Die Ordnung gerät aus den Fugen. Das Chaos hält Einzug in die »heile« bürgerliche Welt. Hier tummeln sich Irre, die eigentlich normal sind und Normale, die kurz davor sind, irre zu werden.

Bei so einer Komödie zählt vor allem handwerkliches Können. Folke Braband legt ein geschmeidiges Tempo vor, setzt auf Rhythmus, Gagdichte, einen charmanten Look und immer wieder auf das Unerwartete: Comic-Geräusche, musikalisches Pathos, Komik aus Chaplin-Filmen. Gelacht wird viel in diesen zweieinhalb Stunden. Donaukurier

Infos: www.theater.ingolstadt.de

13.03.2018

Die Wahrheit

Schlossparktheater

„Wenn die Leute von heute auf morgen aufhören würden, sich zu belügen, gäbe es kein einziges Paar mehr auf Erden und in gewisser Hinsicht wäre das das Ende der Zivilisation“ lautet Michels Credo. Er hat allen Grund, die Wahrheit zu meiden, hat er doch seit sechs Monaten ein Verhältnis mit der Ehefrau seines besten Freundes. Die Wahrheiten, die Michel im Laufe um den Kopf fliegen, entziehen dem betrogenen Betrüger den Boden unter den Füßen.

Bewundernswert, wie dramaturgisch durchtrieben Zeller mit immer neuen und überraschenden Wendungen und Volten die Handlung vorantreibt. Immer wenn man glaubt, die Wahrheit zu wissen, wird sie unvermittelt wieder auf den Kopf gestellt, so dass man bis zum überraschenden Schluss in Atem gehalten wird.

Die Klugheit des Textes, der Inszenierung, des Schauspiels packen das Publikum im Handumdrehen. Regisseur Folke Braband hat temporeich, mit verführerischem Charme, elegant inszeniert. Es wird eine scharfe Satire auf eine verkommene Gesellschaftsmoral offeriert, immer dicht am Rand der Groteske, aber doch so  gefühlsstark, dass man als Zuschauer wirklich tief getroffen wird. Die Komödie wird dank Brabands Regie zur Tragikomödie. Peter Claus, rbb Kulturradio

Infos unter schlossparktheater.de

25.09.2017

Wie man Hasen jagt

Theater in der Josefstadt

Die Jagdsaison ist eröffnet, Monsieur Duchotel geht auf die Pirsch. Aber nicht, um diverses Wild zu erlegen, wie er seiner Frau Léontine weismacht. Sein „Hase“ ist weiblich und äußerst menschlich. Das kommt dem Arzt Moricet, Freund des Hauses, gerade recht, denn der hat sich längst auf die Fährte der schönen Léontine gesetzt. Und so trifft man sich zur allgemeinen Überraschung in Madame Latours ehrenwertem Haus für gehobene und andere Kreise. Zur allgemeinen Verwirrung taucht auch noch Duchotels smarter Neffe auf, der amouröse Abenteuer sucht, gefolgt vom gehörnten Cassagne, der seine Gattin der Untreue überführen will, und einem seltsamen Polizeikommissar. Eine Katastrophe! Die Anwesenden setzen alles daran, das Jägerlatein, in das sie sich verheddert haben, so weiterzuspinnen, um in einer Gesellschaft, in der ohnehin nichts stimmt, wieder Ordnung eintritt.

Regisseur Folke Braband erfreut mit seiner inspirierten, präzisen Regie. Tempo und Timing stimmen, die Pointen sitzen punktgenau. Braband und sein Ensemble haben sichtlich Spaß an der Figurenüberzeichnung. Die Not ihrer Figuren wird von den Darstellern dabei bitterernst genommen, dies das erste Gebot für gute Komödien, denn nur so kann Komik entstehen. Mottingers Meinung

josefstadt.org

Folke Braband Regisseur

© Loredana La Rocca