12.09.2016

Aktuell

Neuigkeiten und Pläne

Am 08.09. feierte Folke Braband an den Wiener Kammerspielen eine von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierte Uraufführung von MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER.

Auch die Uraufführung (02.06.) von Anton Burges BETTE UND JOAN mit Manon Straché und Desireé Nick lief mit großem Erfolg am Ernst Deutsch Theater/Hamburg und geht ab Anfang Oktober auf Tournee durch den deutschsprachigen Raum. (02.10.-06.11.16)

Ebenfalls viel Applaus und schöne Kritiken gab es für die Operette DIE SCHÖNE HELENA von Jacques Offenbach in einer Fassung von Peter Hacks im Theater Ingolstadt. (19.3.) Die Inszenierung wurde vom Bayerischen Rundfunk als herausragende Operettenproduktion für den „Frosch des Jahres“ 2016 nominiert.

Außerdem inszenierte Braband in diesem Jahr Neil LaButes LIEBER SCHÖN an der Komödie am Kurfürstendamm (10.1.) – eingeladen zu den Privattheatertagen in Hamburg (20.6.-3.7.)

Brabands neue Komödie OLIVER 2.0 mit u.a. Stefano Bernardin und Maddalena Hierschal feierte am 20.4. in der Regie von Hakon Hirzenberger beim Theaterfestival Steudltenn in Uderns/Zillertal eine gelungene Uraufführung. Bis zum 11.9. war OLIVER 2.0 am Wald4tel Hoftheater zu sehen.

12.09.2016

Monsieur Claude und seine Töchter

Kammerspiele Wien

Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen – Halleluja! – französischen Katholiken zu heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Monsieur Claude der Geduldsfaden…

Regisseur Folke Braband macht daraus einen schwungvollen Clash der Kulturen mit hohem Lachfaktor, ohne jedoch seine Protagonisten der puren Lächerlichkeit auszuliefern. Diese danken es ihm auch mit spürbarer Lust am Spiel, mit Tempo, Drive und Präzision. An der Spitze der hinreißende Siegfried Walther als Monsieur Claude. Die Pointen holt sich Walther mühelos, doch zeichnet er auch das Porträt eine Mannes, der die Welt nicht mehr versteht, der erst spät zur (humanen) Einsicht kommt. Eine tolle Leistung! Kurier

infos: www.josefstadt.org

06.06.2016

Bette und Joan

Ernst-Deutsch-Theater

Bette Davis und Joan Crawford, zwei der ganz großen Hollywood Legenden, treffen bei den Dreharbeiten zum Kultfilm »Was geschah wirklich mit Baby Jane?« aufeinander. Beide sind am Tiefpunkt ihrer Karriere und der Film soll sie wieder an die Spitze katapultieren, ein Scheitern ist nicht vorgesehen. Genauso groß wie die Egos der beiden oscarprämierten Filmdiven ist die Fehde, die sie am Set miteinander austragen. Hinter dem heftigen, bitterkomischen Schlagabtausch lernen wir zwei sensible Frauen kennen, die sich mit all‘ ihren Unsicherheiten im gnadenlosen Hollywoodtheater, wie im eigenen Leben, immer wieder neu behaupten müssen. Als Schauspielerinnen sind sie mit ihrer Intensität und ihrem Mut, moderne Frauenschicksale schonungslos zu zeichnen, ihrer Zeit weit voraus…

Sie hätten Freundinnen sein können, betont die gelungene Inszenierung (Regie: Folke Braband) immer wieder. Joan Crawford ist eine Paraderolle für Nick, die ihre langen Beine zeigen darf, während Straché selbstbewusst die uneitle Davis interpretiert. Ein kurzweiliger Abend, der auch einen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik wirft. Hamburger Morgenpost

www.ernst-deutsch-theater.de

Tournee: 2.10.- 4.11.2017
Tourtermine/Infos: www.nordtour-gmbh.de

28.03.2016

Die schöne Helena

Theater Ingolstadt

Helena, der schönsten Frau der Welt, ist langweilig. Eigentlich ist man – also Frau – treu, aber das göttliche Schicksal und die Aussicht auf einen jungen, schönen Prinzen haben doch ihren Reiz. Als dann beim großen schöngeistigen Wettbewerb neben den großen Helden der Antike auch ein junger Schäfer auftaucht, wird Wunsch zum Traum und aus Traum wird Wirklichkeit. Mit »Die schöne Helena« schuf Jacques Offenbach eine Opéra-bouffe, die die Vorgeschichte des Trojanischen Krieges auf das Korn nimmt. Im Fadenkreuz befinden sich die vorgeschobenen Moralvorstellungen der Herrschenden und der geschäftsmäßige Umgang mit den Göttern. Eine große Persiflage auf die Antike – so verspielt und anzüglich, wie die alten Götter selbst.

Mit gewaltigem Jubel feierte das Publikum am Samstag im Stadttheater die Premiere ›Die schöne Helena‹. Der Berliner Regisseur Folke Braband hat den Stoff aus der griechischen Mythologie kunstvoll und köstlich (…) auf die Bühne gebracht. (…) Großartig, wie es Braband gelungen ist, mit seinen Schauspielern künstlerisch anspruchsvoll typengerechte Karikaturen einzustudieren.« (…) Spannende Theaterkunst und Unterhaltung vom Besten.« Neuburger Rundschau

Infos unter: www.theater.ingolstadt.de

19.10.2015

Der nackte Wahnsinn

Kammerspiele Wien

Chaos pur: Die Truppe eines Tourneetheaters steht mit der Komödie „Nackte Tatsachen“ unmittelbar vor der Premiere und nichts klappt. Kein Wunder, dass allmählich nicht nur die Nerven des Regisseurs blank liegen, wenn Dotty zum x-ten Mal ihr Requisit vergisst, Selsdon vom Alkoholkonsum abgehalten werden muss und Brooke schon wieder ihre Kontaktlinsen verloren hat. Die Idee zu seinem Stück, der „Mutter“ aller Komödien, dem Theaterspaß schlechthin, hatte der Autor Michael Frayn, als er eines seiner Stücke einmal aus der Perspektive von hinter der Bühne sah und dachte: „Von hinten ist es komischer als von vorn“. Von diesem Erlebnis inspiriert schrieb er sein Erfolgsstück über den Zerfall einer Theatertruppe und den alltäglichen kleinen und großen „Tragödien“ hinter den Kulissen. Der besondere Clou: Im zweiten Akt ist die Bühne um 180° gedreht und was dem Zuschauer sonst verborgen bleibt ist sichtbar. Dieser Theaterabend ist eine grandiose Liebeserklärung an das Theater und eine herrliche Herausforderung für das Ensemble.

Regisseur Folke Braband ist hier die oberste Gottesinstanz. Ihm ist ein kleines, feines, bitterböses Schöpfungswerk gelungen. Der Standard

weitere Informationen unter www.josefstadt.org

Folke Braband Regisseur

© Loredana La Rocca